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Die Weiber von Gleiwitz (Martin Opitz - couke i bez zmian)

Ihr wisst ja wohl, wo Gleiwitz liegt,
Wo ritterliche Frauen
Einst brav und tapfer obgesiegt
Ohn alle Furcht und Grauen?
Das Städtchen Weinsberg nicht allein,
Auch Gleiwitz will gepriesen sein.

 

Drum holde Rufen, füllet mir
Doch die Begeisterungs-Schale
Und reicht sie mir freundlich hier
In diesen schönen Thale
Im Vaterland Silesia
Wo einst die brave That geschah

 

Wer kennt nicht wohl den Schreckenskrieg
Von dreißig bangen Jahren?
In diesem rettete ein Sieg
Stadt Gleiwitz aus Gefahren,
Ein Sieg, gedämpft durch Weiberlist,
Die größer als des Satans ist.

 

In Wahrheit ist `s die Tat wohl wert,
Daß sie besungen werde;
Denn sie befreite Haus und Herd
Vor schreklicher Gefährde;
Beschützten Gleiwitz nicht die Fraun,
Verloren war`s mit Schreck und Graun!

 

Betrachtet hier nur dieses Bild
Es malt euch die Geschichte
Lebendig vor, die es hier gilt,
Denn es ist kein Gedichte.
In Gleiwitz selbst könnt ihr es seh"n
Wenns euch beliebt dahin zu gehen.

 

Es nahete der Stadt ein Heer
Von Schwedens tapfern Kriegern;
Selbst nach der stärksten Gegenwehr
Wich alles diesen Siegern;
Doch Gleiwitz deine Weiber nicht,
Sie sahn dem Fein keck ins Gesicht.

 

Rings um die Stadt zieht sich die Macht
Der Schweden, gleich den Wettern,
Des Pulvers grause Wirkung kracht,
Droht alles zu zerschmettern.
„Ergebt euch!" Ruft der Schweden Heer,
„Und streckt willig das Gewehr.

 

Laßt`s ja nicht kommen bis zum Sturm!
Dann Gnade Gott euch allen!
Dann muß auch selbst der kleinste Wurm
Durch unsre Klinge fallen,
Und ihr kommt um mit Mann und Maus
In diesem Sturm mit Grimm und Graus."


Was nun zu tun? Der Männer Schar
Im ganzen kleinen Städtchen
Fast gänzlich aufgerieben war;
Nur Frauen noch und Mädchen
Gab`s zur Verteidigung, - und doch –
Hielt sich das brave Völkchen noch.

 

Viel höher aber stieg die Not,
Denn – auch ! das Pulver fehlte
Den tapfern Weibern; ach euch droht
Ein schrecklich`Los! Gequälte!
Doch – fehlt`s an Pulver und an Blei,
Hilft auch gekochter Hirsenbrei.

 

Die Weiber holten in der Tat
Aus ihrer Vorratskammer
>Nach wohl durchdachten großen Rat,
Zu enden ihren Jammer,
Den Hirsen, reichlich Säcke voll,
Der sämtlich sie befreien soll.

 

Seht, Schweden, wie der dicke Rauch
Aus allen Schloten dringet!
Seht, welche Hoffnung für den Bauch
Euch dieser Anblick bringet!
Gewiß ein herrlich Mittagsmahl
Erwartet euch nächst dem Pokal.

 

Die Schweden rückten tapfer an,
Zu stürmen Wäll`un Mauern,
Und denken so in ihrem Wahn:
Es kann nicht lange dauern.
Doch – plötzlich fliegt an ihren Kopf
Mit Hirsen heiß gefüllt, ein Topf.

 

So flog der heiße Hirsenbrei
Auf sie von allen Seiten.
Es brannte ärger sie als Blei;
Sie hörten auf zu streiten;
Sie zogen eilend sich zurück:
Gelungen war das Wagestück.

 

So sah durch Weiber-Heldenmut
Das Städtchen sich geborgen;
>Erhalten wurde Hab und Gut,
Verscheucht war`Gram und Sorgen;
Denn durch den heißen Hirsenbrei
Sah Gleiwitz sich nun wieder frei.

 

Drum lebt ihr tapfern Weiber, hoch!
Die Gleiwitz einst beschützten
Vor der Bestürmer hartem Joch,
Die stürmend es umblitzten!
Das Städtchen Weinsberg nicht allein,
Auch Gleiwitz soll besungen sein.





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